Michelin 2010 | BIB Gourmand
Eine sehr
nette Bistro-Atmosphäre herrscht in dem Restaurant in zentraler Lage im
Schäfflerhof. Freundlich serviert man Ihnen französische Küche.
Gault Millau,
2010 | 13 Punkte
In
einem spitzen Betonkeil, der in den Schäfflerhof ragt und von
Architekturkennern fast als Genieblitz des Tessiners Ivano Gianola
gepriesen wird, serviert das Dukatz oben die weißblaue Version eines
französischen Bistros. Unten kann man in einer legeren Kombination von
Kaffeehaus und Bar frühstücken, Zeitung lesen und Kleinigkeiten essen. Die
Beletage ist der Münchener Treff für Liebhaber von Innereien und Deftigkeiten, die hier stets delikat dargeboten werden, und
von Gerichten, die sonst nicht oder nicht so gut zu haben sind: warme
Fischterrine mit Tomaten und Korianderjoghurt, Schweinebacke und
Schweinsfußterrine mit Wildkräutern, gekochter junger Lauch mit Ei,
Forellenkaviar und Senfvinaigrette, mit Taschenkrebsfleisch gefüllte Tomate,
Matjestatar mit Stachelbeeren und Salatgurken…Wem das zu pfiffig ist, der muss
nicht mit Klassikern vorliebnehmen, etwa Lammkutteln alla parmigina,
gebackenen Kalbskopf mit aromatischer Sauce Gribiche
(und einem einfach genial wie ein Melonenschiffchen geschnittenes Stück
Salatkopf mit Vinaigrette) oder Entrecôte mit Schalottenbutter. Er kann auch à la mode
essen: gebratene Jakobsmuscheln mit angenehm scharfen Papayachutney,
Entenstopfleber mit Mispelkompott und Ingwer oder Wildgambas mit Pfirsichrisotto.
Und danach ist Dukatz au chocolat köstlich zum
Espresso. Das Du im Namen des Hauses steht übrigens für Michel Dupuis, den
Maître de plaisir des vins,
der eine vorzüglich zur Küche passende Weinkarte und stets eine treffliche
Empfehlung hat. Kurzum: ein Bistro, wie man es sich wünscht.
gusto ESSEN&TRINKEN, 2010 | 5
Das
avantgardistische, keilförmige Glasgebäude im Schäfflerhof würde sich auch als
Bühne für experimentelle Kreativküche gut machen, doch Küchenchef Arnaud
Rousseau mach gottlob weiterhin das, was er seit Jahren gut macht: Sehr
schmackhafte Bistroküche auf sehr solidem Niveau mit unaufgeregten, aber
abwechslungsreichen Zusammenstellungen. Auch Qualität und Frische geben keinen
Anlass zur Kritik; dass wir dieses Jahr trotdem eine Pfanne abziehen, hat eher "kosmetische"
Gründe. Hausmannsköstlich wie eh und je die aromatische, mit Curry
abgeschmeckte Bouchot Muschelsuppe; zart und würzig
die Calamaretti mit knackigen Erbsen und Sellerie.
Etwas enttäuschend war der sehr weiche Pfirsichrirotto
mit Frühlingszwiebeln zu etwas mehligen Gambas,
vielleicht einen Tick zu trocken die geschmorte Kaninchenschulter mit
aromatischer Cremolata und verschiedenem Gemüse. Zu
loben ist auch weiterhin die gute, sehr fair kalkulierte Weinauswahl und das
Niveau der glasweise ausgeschenkten Gewächse.
Gault Millau,
2009 | 13
Punkte
Manche
wissen's immer noch nicht: Dies ist das originale
Dukatz, das aufgrund von Querelen mit Dr. Reinhard G. Wittmann, dem Chef des
Literaturhauses, hierher umziehen musste. Im Parterre gibt's von 8.30 Uhr bis
nachts um eins Kaffee, Wein und Cocktails mit kleinen Schmankerln. Die Beletage
führt feine Bistroküche: verlorenes Ei mit grünem Spargel und Bauernspeck, in
Olivenöl pochierten Heilbutt mit grünem Tomatenkompott und Mangold, doppeltes
Kalbskotelett mit warmem Gemüsesalat, Crème brûlée
mit Lavendel, Dukatz au chocolat ...
Was man dazu trinkt, fragt man am besten die formidable Weinnase
Michel Dupuis, der einen wohlsortierten preisgünstigen Keller hütet.
En passant: Hier ist sie noch augenfällig, die
legendäre Münchner Liberalität: Für die Frühstückslektüre liegen unten taz und
NZZ einträchtig nebeneinander.
Michelin 2009 | BIB Gourmand
Eine
sympathische Bistro-Atmosphäre herrscht in dem Restaurant in zentraler Lage im
Schäfflerhof. Freundlich serviert man Ihnen französische Küche.
Gault Millau,
2008 | 13 Punkte
Hier
ist sie noch augenfällig, die legendäre Münchner Liberalität: Für die
Frühstückslektüre liegen unten im Bistro taz und NZZ einträchtig nebeneinander.
Aber wir sind ja zum Essen da und gehen deshalb nach oben. Wieso oben, werden sich
jetzt alle fragen, die zum Leidwesen der Patrons noch immer nicht wissen, dass
das Dukatz umziehen musste – aufgrund von Querelen mit Dr. Reinhard G.
Wittmann, der als Chef des Literaturhauses im alten Dukatz auch gastronomisch
gestalten möchte und das nun seit Juni 2007 auch kann. Das neue Programm im
Literaturhaus deutlich zu machen, war bislang nicht möglich – bis (zu unserem
Redaktionsschluss im) Oktober stand noch nicht mal der neue Name des Lokals
über demselben. Was sollte da auch stehen? "Wir sind langweilig und in
manchem teurer als das alte Dukatz" wäre arg lang ...
Das originale Dukatz bittet im ehemaligen Ca' Brunello zu Tisch. Im Parterre der renovierten, gastlicher
und lichter gewordenen Stätte, die vorher einem Konsulat der neuen Bundesländer
im Freistaat Bayern glich, gibt's von 8.30 Uhr bis nachts um eins Kaffee, Wein
und Cocktails mit kleinen Schmankerln, in der Beletage die bisherige
Küchenklasse, nachzuschmecken bei gebeiztem und geräuchertem Lachs mit Nori, Wasabi und 7 Gewürzen, verlorenem Ei mit Waldpilzen,
Kürbissuppe mit Fourme d'Ambert
und Croûtons, Bioschweinskotelett mit Metzgersoße ,
Kalbsragout in Cidre mit Äpfeln und Bohnen, gefülltem Kirschcrêpe mit Williamsbirnensorbet oder Dukatz au chocolat
...
Als vertrauensbildende Maßnahme, dass auch hier die guten alten Dukatz-Tugenden
bewahrt werden, zogen das Stehpult vom Entree, der Zinntresen und der
wohlsortierte Bestand der formidablen Weinnase Michel
Dupuis mit um. Die Bouteillen hätten am alten Platz
gereicht, um sich Wittmanns seltsame Wünsche schön zu trinken – aufs Wohl des
neuen Dukatz trinken wir sie ungleich lieber.
SZ Kostprobe vom Februar 2008
Münchens
Innenstadt: Höfe, soweit das Auge des Passanten reicht. Das heißt,
genaugenommen reicht das Auge eben nicht weit. Das liegt ja im Charakter der
Höfe, dass sie von Gebäuden umstellt sind und sich so dem Blick des ahnungslos Vorbeiwandernden entziehen. Gewusst wo,
darauf kommt’s also an. Und siehe, sobald man zu wissen begehrt, wo genau denn
der Schäfflerhof liege, schüttelt selbst manch alteingesessener Münchner ratlos
den Kopf. Dabei birgt akkurat der Schäfflerhof, der als gewissermaßen sechster
der Fünf Höfe zwischen Theatiner-, Maffei, Windenmacher- und Schäfflerstraße liegt, nicht nur eine gastronomische,
sondern auch eine architektonische Attraktion. Und was das Beste ist: Beide
Vorzüge ergänzen sich aufs Schönste.
Das
war nicht immer so. Vor acht Jahren hatte der Tessiner Architekt Ivano Gianola das von ihm neu gestaltete Areal mit einer
spektakulären Pointe versehen: Von der Nordostseite her schiebt sich in fünf
Metern Höhe eine komplette Etage als spitzer Betonkeil freitragend in den
Schäfflerhof hinein. Selbst strenge Kritiker waren begeistert über Gianolas kühnen Einfall - und murrten zugleich, leider
ließe sich die Attraktion nur von außen genießen. Das in jenem Gebäude
untergebrachte Restaurant (ehedem das Ca’ Brunello) jedoch sei mit hässlichen Designermöbeln
vollgestellt. Und der spitzwinklige Grundriss eigne sich leider überhaupt nicht
zum Restaurantbetrieb.So gesehen war es Glück im
Unglück, dass der Literaturbürokrat Reinhard G. Wittmann im letzten Jahr all
seinen Ehrgeiz darein setzte, die bis dahin hoch erfolgreich agierenden
Betreiber des Restaurants DUKATZ aus dem Münchner Literaturhaus zu vertreiben.
Die Dukatz-Crew zog in den Schäfflerhof, zunächst unter hörbarem Zähneknirschen
auch vieler Stammgäste. Doch wie sich rasch herausstellte, bestand dazu gar
kein Anlass:
Das
Dukatz kam, sah und siegte - auch an der (innen-)architektonischen Front: Das
Kaffeehaus-Parterre des Etablissements ist nun mit schlicht-elegantem
Holzmobiliar eingerichtet. Die Tische in der Restaurant-Etage darüber haben die
neuen Betreiber derart großzügig und zugleich effektiv aufgestellt, dass sich
der Gast hier auf Anhieb wohlfühlt - und der freundliche Service jederzeit die
Übersicht behält.Die Dukatz-Küche müsste man nicht
von neuem loben, wenn sie sich nach dem Umzug (und wohl auch durch ihn
herausgefordert) nicht noch einmal ein wenig gesteigert hätte. Geblieben ist
der kreative Charme, mit dem hier klassisch-französische Bistro-Tradition und
Spielwitz kombiniert werden zu einem feinen Jakobsmuschel-Carpaccio mit
Limettenjoghurt, zu hervorragend zubereiteten Kaninchenravioli oder einer
gebratenen Meeräsche, deren herzhafter Geschmack mit einem Artischocken- und
Fenchelgemüse elegant abgerundet wird. Bistrotypisch ist im Dukatz auch die
Pfiffigkeit im Umgang mit Innereien wie den Lammkutteln, die sowohl in der
mediterranen Version - mit Tomaten, Zitronen, Kapern und Parmesan - überzeugten
als auch in der Kombination mit feuriger Chorizowurst
und Salzkartoffeln.Wer vor derlei Deftigkeiten
zurückschreckt (das gefüllte Schweineohr mit Blutwurst und Linsenragout fiele
uns dazu noch ein), kann sich auf eher klassisch zubereitete Angebote
verlassen: die Rehpastete mit Portweingelee, die Fischterrine mit Feldsalat,
das Simmentaler Entrecote
mit Kartoffelgratin und Meerrettichbutter oder das Rinderfilet
"Sauerbratenart" mit Polenta und gebratenem Radicchio Trevisano. Gewiss, das alles hat, wie auch die
extradelikaten Nachtische (nicht ohne Grund betreibt das Dukatz in der Klenzestraße auch noch eine separate Patisserie) seinen
Preis, aber der hält sich, gemessen am hier Gebotenen, im diskutablen Rahmen: 8
bis 13 Euro für die Vorspeisen (sechs Austern kosten 18 Euro), 13 bis 23 für
die Hauptgerichte und 6 bis 9,50 für die Desserts.
Die vom Patron Michel Dupuis vorzüglich sortierte Weinkarte steht Gästen auch unten im Kaffeehaus zur Verfügung. Auch hier gibt es außer französisch-urbanen Frühstücksangeboten, Zeitungen, einem regen Barbetrieb und einer bis spät in die Nacht angenehm entspannten Atmosphäre ein Dutzend kleiner feiner Gerichte (zwischen 5,80 und 9,50 Euro). Entrez!